Eine grosse Fangemeinde bereitete den WM-Medaillengewinnern Stefan Matter und Beatrice Zimmermann im Yucatan in Engelberg am vergangenen Donnerstag einen grossartigen Empfang. Zu feiern gab es Gold im Doppelpack und eine Bronzemedaille.


Stattliche Medaillengewinne ist man sich von der Ski-Nation Schweiz gewohnt. Mit einer grossartigen Bilanz von fünf Gold-, zwei Silber- und einer Bronzemedaille im Gepäck kehrte das Schweizer Telemark Team von den Telemark Weltmeisterschaften in La Plagne-Montchavin (FRA) vom 15. bis 19. März, zurück. Einen grossen Teil zu diesem Medaillensegen lieferten der Engelberger Stefan Matter, Gold im Team-Event und in der Classic sowie Beatrice Zimmermann, Stans, Bronzemedaille im Parallel-Sprint.  Talammann Alexander Höchli zeigte sich begeistert von den Leistungen: „Mir imponiert die sportliche Höchstleistung verbunden mit einer Eleganz, mit denen die Telemarkfahrer die Schwünge auf die Piste zaubern. Stefan ist Spitzensportler und Vorbild für die Jugend“. In seine Grussbotschaften schloss der Talammann auch freundnachbarlich Beatrice Zimmermann ein. Beim ältesten Telemarkclub in der Schweiz, gegründet 1985, war man sich Erfolge gewöhnt, dass aber ein Engelberger Telemarkfahrer als Doppelweltmeister heimkehrt, stellte gemäss Vereinspräsident Albin „Bini“ Amstutz alles dagewesene in den Schatten. Ob das Engelberger „Telemark-Gebet“ das Erfolgsrezept ist, werden die anwesenden Teammitglieder wohl in Zukunft ausprobieren. 

 

Lauf des Lebens

Mit berechtigten Medaillenhoffnungen reisten Stefan Matter und Beatrice Zimmermann nach Frankreich. Beim Weltcupfinale vom 8. bis 12. März in Thyon (Wallis) beendeten sie die Weltcupsaison bereits mit Podestplätzen, Beatrice Zimmermann mit Rang drei im Gesamtweltcup und Stefan Matter mit Rang drei im Parallel Sprint. An der WM gewann Stefan die erste Goldmedaille zusammen mit Amélie Reymond und Bastien Dayer im Team. „Zu meiner bevorzugten Disziplin gehörte bisher der Sprint, da rechnete ich mir auch die besten Chancen aus. Bei der Classic wollte ich einfach alles geben und ging auch ohne Druck an den Start“, äusserte sich Stefan Matter. Für Disziplinenchef Hans-Peter Birchler und Trainer Ruedi Weber war es das perfekte Rennen. „Stefan hat sich keine Strafsekunden eingehandelt, ist taktisch sehr gut gefahren und hat das Rennen richtig dosiert, die Strecke war knifflig und nicht einfach zu fahren“ analysierten die beiden Chefs. Die Vorteile erkämpfte sich Matter vor allem in den Toren, auch der Sprung gelang ihm optimal. „Der Kurs hat stark gedreht das liegt mir. Es hatte Übergänge, ich konnte die Tore voll auf Zug fahren und den Schwung in den 360° Kreisel auf die Skating-Strecke mitnehmen“. Die erhoffte Medaille erkämpfte sich Beatrice Zimmermann im Parallel-Sprint, sie musste sich einzig im Halbfinale von der Teamkollegin Amélie Reymond geschlagen geben. Das Rennen um Rang drei entschied sie souverän gegen die Norwegerin Thea Smedheim Lunde.

 

Das Gefühl des Weltmeisters

Das Gefühl als Weltmeister erlebte  Stefan Matter schon als Seilzieher. Ob daraus Vorteile entstanden seien, wollte Moderator Beat Christen wissen. „Starke Oberschenkel brauche es bei beiden Sportarten, bei den Seilziehern gab es kein Nachlassen, auch wenn die Oberschenkel brennen, genau dieses „Durchbeissen“ sei auch ihm Telemark wichtig“. Die Motivation ist für Stefan kein Problem, trotz den Goldmedaillen, sein nächstes Ziel ist der Gesamtweltcup.

Um Telemarkrennen ausüben zu können braucht es Allrounder-Qualitäten. In den Toren und im Kreisel ist perfekte Technik gefragt, zu den Sprüngen gehört auch eine Portion Mut und für das Skaten ist  eine gute Kondition und Ausdauer ein Muss. Voraussetzungen, die Beatrice Zimmermann faszinieren. Als Skilehrerin habe sie Telemark ab und zu ausprobiert, so richtig auf die Fährte habe sie aber Stefan Matter gebracht, äusserte sie sich zu ihrer Karriere als Telemarkfahrerin. Die nächste WM in 2 Jahren in Norwegen ist bereits im Fokus.

 

Bilder Franz Niederberger

 

 

Stolz präsenieren Beatrice Zimmermann und Stefan Matter ihren Fans nebst ihren Medaillen die grosse Kristallkugel für den Sieg des Schweizer-Teams im Telemark Nationencup.