Vergangenes Wochenende fanden zum zehnten Mal Weltcuprennen auf der Marbachegg statt. Am Samstag wurde ein Riesenslalom und am Sonntag ein Super-G ausgetragen. Athleten aus sieben Nationen nahmen an den vom Grasskiclub Escholzmatt-Marbach organisierten Wettkämpfen teil. Stefan Portmann und Barbara Mikova feierten beide einen Doppelsieg.

Dem organisierenden Grasskiclub Escholzmatt-Marbach gelang es, die beiden Weltcuprennen auf der Marbachegg mit den weltbesten Grasskifahrern bei tollen Bedingungen durchzuführen. Die Athleten boten trotz der durch den Regen aufgeweichten Piste begeisternden Spitzensport.


Wolkenverhangen, regnerisch und kalt begann das Jubiläumswochenende. Eine Hand voll Helfer war bereits seit Freitagmorgen auf der Marbachegg unterwegs und kümmerte sich um die letzten Arbeiten auf und neben der Piste. Die Piste war durch die Regenfälle sehr nass. Trotzdem konnte am Nachmittag planmässig das offizielle Stangentraining durchgeführt werden.

Nach einer trockenen Nacht fielen am Samstagmorgen noch die letzten Regentropfen, doch das Wetter zeigte sich bald von der freundlichen Seite. Der Riesenslalom konnte unter fairen Bedingungen gestartet werden. Bereits im ersten Durchgang hielt die Slowakin Barbara Mikova die österreichischen Konkurrentinnen in Schach und führte das Feld vor der Weltcupführenden Jacqueline Gerlach und Kristin Hetfleisch an.

Bei den Herren legte der Einheimische Stefan Portmann einen fulminanten ersten Lauf hin und meldete bei der Konkurrenz mit einer Laufbestzeit von 31.54 Sekunden seine Siegesambitionen auf der Heimstrecke an. Überraschungsmann war ganz klar der junge Tscheche Martin Bartak, der sich mit 31.88 Sekunden auf den zweiten Zwischenrang schob. Sogar der Italiener Edoardo Frau (32.07 Sek.) kam nicht mehr an die Zeit der beiden Führenden heran. Dicht dahinter reihten sich der Ostschweizer Mirko Hüppi (32.14 Sek.), der Tscheche Jan Gardavsky (32.25 Sek.), und der Österreicher Michael Stocker (32.26 Sek.) auf den Rängen vier bis sechs ein. Der Escholzmatter Martin Schacher blieb vor allem im oberen Teil der Strecke nicht fehlerfrei und fuhr auf Rang 20.

 

Sieg für Mikova und Portmann im Riesenslalom

Auch im zweiten Durchgang gab es für die Zuschauer und Helfer Spitzenleistungen der Rennfahrer zu sehen und der Riesenslalom blieb bis zum Ende spannend. Barbara Mikova erzielte auch im zweiten Durchgang Laufbestzeit und liess sich mit einer Schlusszeit von 1:05.94 als Siegerin vor Jacqueline Gerlach (1:06.29) und Kristin Hetfleisch (1:06.97) feiern.

 

In umgekehrter Reihenfolge starteten auch die Männer den zweiten Lauf des Riesenslaloms. Jan Gardavsky, Michael Stocker und Pietro Guerini (Italien) verbesserten ihre Positionen und beendeten das Rennen auf den Rängen vier bis sechs. Der bis dahin noch viertplatzierte Mirko Hüppi erwischte keine gute Fahrt, büsste einige Ränge ein und landete auf dem achten Platz. Eine fehlerfreie Fahrt gelang Vorjahressieger Edoardo Frau. Er übernahm mit einem klaren Vorsprung und einer Zeit von 1:03.60 die Zwischenführung und wurde am Ende Zweiter. Der zweitletzte Fahrer Martin Bartak kam zwar nicht an die von Frau aufgestellte Bestzeit heran, belegte aber in der Schlussabrechnung dennoch mit 1:03.82 den hervorragenden dritten Rang. Auch Lokalmatador Stefan Portmann konnte nach einem kleinen Fehler im zweiten Tor die von Frau gefahrene Zeit nicht mehr toppen. Sein Vorsprung aus dem ersten Lauf reichte aber aus, um mit einer Endzeit von 1:03.24 den Sieg auf seiner Heimstrecke perfekt zu machen.  

Bereits in den Wochen zuvor hatte Portmann im Riesenslalom seine starke Form angedeutet: «Ich wusste, dass ich gut drauf bin und mit sauberen Läufen auf das Podest fahren kann. Der erste Durchgang gelang mir nach Wunsch. Nur der Fehler im zweiten Lauf ärgert mich ein bisschen. Mit meinem elften Weltcupsieg habe ich einen persönlichen Meilenstein erreicht. Erstmals seit meiner Verletzung im August 2015 konnte ich wieder ganz oben auf dem Podium stehen.» Beim Heimrennen sind Erwartungshaltung und Druck auf Portmann und Schacher jeweils gross. Dies spürte Martin Schacher vor allem im ersten Lauf. Im zweiten Durchgang war davon nichts mehr zu spüren und er beendete den Riesenslalom auf dem 20. Rang.

 

Mikova und Portmann doppeln im Super-G nach

Das Wetter meinte es am Sonntag richtig gut mit allen Beteiligten. Bei besten Bedingungen zeigte das Starterfeld einen Wettkampf auf hohem Niveau. Eine Geschwindigkeitsmessung im mittleren Teil sorgte für zusätzliche Spannung. Die Spitzengeschwindigkeiten betrugen im Super-G an der gemessenen Stelle bei den Frauen 65 km/h und bei den Herren 76 km/h.

Bei den Frauen triumphierte wiederum Barbara Mikova. Sie konnte sich mit einem hauchdünnen Vorsprung von 3 Hundertstelsekunden vor Jacqueline Gerlach durchsetzen. Platz drei erzielte die Tschechin Adela Kettnerova.

Der Wigger Stefan Portmann fuhr auch im Super-G seinen Konkurrenten davon. Er siegte vor Jan Gardavsky und dem Österreicher Hannes Angerer. Mirko Hüppi fuhr auf Rang sieben; Martin Schacher erreichte mit einem guten Lauf Rang 22.

Dank gilt den Athleten, Helfern, Funktionären und Sponsoren

Die Athleten boten der OK-Präsidentin Madeleine Portmann, ihren vielen Helfern, den Sponsoren und Gästen hochstehenden Grasskisport auf der Marbachegg. Als kleines Dankeschön veranstaltete der Grasskiclub am Sonntagmittag für alle Helfer, Funktionäre, Ehrengäste und Sponsoren einen Spaghettiplausch im Berggasthaus Marbachegg. Madeleine Portmann bedankte sich zum Abschluss der Veranstaltung nochmals bei allen Athleten, Helfern, Ehrengästen und Sponsoren für die Teilnahme und Unterstützung. Einen besonderen Moment gab es bei der Siegerehrung der Herren. Franz Stadelmann und seine Jodelkollegen sangen spontan die Schweizer Hymne zu Ehren des Siegers Stefan Portmann. Alle Athleten erhielten an beiden Renntagen attraktive Sachpreise.

Die Saison ist mit den anstehenden Weltcuprennen im tschechischen Predklasteri und im italienischen Santa Caterina sowie der Weltmeisterschaft vom 06. – 10. September in Kaprun, Österreich, noch in vollem Gange. Stefan Portmann konnte sich mit seinen Erfolgen auf der Marbachegg im Gesamtweltcup auf den zweiten Zwischenrang hinter Edoardo Frau schieben. Bei den Frauen übernahm Barbara Mikova die Führung von Jacqueline Gerlach.

13.08.2017 Anna Lena Portmann

 

Bilder >> hier

 

Resultate:

RL 8767.004 (GS Damen)

RL 8768.004 (GS Herren)

RL 8769.004 (Super-G Damen)

RL 8770.004 (Super-G Herren)